Was verbindet zwei Städte?
Das Vielfaltenarchiv –
Dokumentationsstelle zur Migrationsgeschichte Vorarlbergs präsentiert ab Donnerstag,
den 12. November bis Sonntag, den 6. Dezember 2015 im Löwensaal in Hohenems
ihre Ausstellung „Kommen. Gehen. Bleiben. Zwischen Hohenems und Ayancık.” Die
Ausstellung basiert auf dem Forschungsprojekt „Gastarbeiter*innenroute: Entlang
der Vergangenheit in die Gegenwart“ und diskutiert die Beziehung der beiden
Städte Hohenems (Österreich) und Ayancık (Türkei).
Städteportraits einmal anders
„Was verbindet zwei
Städte?“ lautet die Eingangsfrage der Ausstellung. Das Ausstellungsteam antwortet
mit der gemeinsamen Geschichte - dessen Grundsteine liegen in der
Gastarbeitermigration Mitte des 20. Jahrhunderts.
Menschen aus Ayancık
zogen nach Europa, Österreich, Vorarlberg und spezifisch auch nach Hohenems, um
die wirtschaftlichen Erfolge zu unterstützen. Die angeworbenen Arbeitskräfte
wurden jedoch mit den Jahren zu NachbarnInnen, FreundInnen, Eltern, Großeltern
und ein Teil der heutigen Gesellschaft in Hohenems. Für die Ausstellung stehen
daher insbesondere diese Menschen im Mittelpunkt als Schnittstellen der beiden
Städte.
Drei Themenbereiche
Jahreszahlen oder harte
Fakten treten in dieser Ausstellung in den Hintergrund. Vielmehr stehen die
Lebensgeschichten einzelner Personen im Vordergrund. Diese Lebensgeschichten
erzählen von drei Themen in der Ausstellung.
Der erste Schwerpunkt
liegt auf der physischen Verbindung zwischen Hohenems und Ayancık. Eine Distanz
von über 3000 Kilometer trennt die beiden Orte. Fahrende erzählen über ihre
Erlebnisse auf dieser sogenannten „Gastarbeiterroute“. Die Gefahren, Emotionen
und Erwartungen einer ritualisierten Fahrt werden thematisiert.
Des Weiteren konzentriert
sich das Ausstellungsteam auf die Frage der emotionalen Verbindung nach Ayancık.
Persönliche Erzählungen prägen das Stadtbild. Kindheitserinnerungen rufen immer
wieder zum Besuch. Der geliebte Großvater und sein Grab wird zum
Anziehungspunkt. Auch die familiäre Verpflichtung und die Besuche bei
Familienmitgliedern bleibt ein relevanter Aspekt für die persönlichen
Beziehungen der beiden Städte.
Im dritten und letzten
Themenbereich rückt Hohenems ins Licht. Wie lebt es sich in Hohenems? Inwieweit
findet Ayancık in Hohenems statt und umgekehrt? Das Verhältnis zur Familie und
Arbeit steht im Vordergrund und diskutieren auch die Auslebung von Traditionen
und Ritualen.
Jedoch endet die Ausstellung damit noch lange
nicht.
Durch ein partizipatives
Format lädt das Ausstellungsteam zum Weiterdenken an. Drei Themenspezifische
Sitzgruppen regen zum Erfahrungsaustausch an. BesucherInnen sind aufgerufen
ihre eigenen Objekte in die Ausstellung mitzubringen. Durch eine
Reproduktionsstation können vor Ort Bilder und Objekte vom Team archiviert
werden. Somit bietet die Ausstellung eine Plattform zum Nachdenken; sie bietet
Raum zum Austausch; sie bietet einen interaktiven Rahmen lokale
Geschichtsforschung selbst zu gestalten.
Anfragen für
KuratorInnenführungen bitte an barbara.grabher@vielfaltenarchiv.at
Öffnungszeiten
Ab 12. November für vier
Wochen geöffnet jeweils am Wochenende (Freitag 14.00-19.00; Samstag und Sonntag
14.00-18.00)
Adresse
Löwensaal
Schlossplatz 9
Hohenems
Österreich
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