Freitag, 13. November 2015

Pressetext: Ausstellung Kommen. Gehen. Bleiben. Zwischen Hohenems und Ayancık.

Was verbindet zwei Städte?

Das Vielfaltenarchiv – Dokumentationsstelle zur Migrationsgeschichte Vorarlbergs präsentiert ab Donnerstag, den 12. November bis Sonntag, den 6. Dezember 2015 im Löwensaal in Hohenems ihre Ausstellung „Kommen. Gehen. Bleiben. Zwischen Hohenems und Ayancık.” Die Ausstellung basiert auf dem Forschungsprojekt „Gastarbeiter*innenroute: Entlang der Vergangenheit in die Gegenwart“ und diskutiert die Beziehung der beiden Städte Hohenems (Österreich) und Ayancık (Türkei).

Städteportraits einmal anders
„Was verbindet zwei Städte?“ lautet die Eingangsfrage der Ausstellung. Das Ausstellungsteam antwortet mit der gemeinsamen Geschichte - dessen Grundsteine liegen in der Gastarbeitermigration Mitte des 20. Jahrhunderts.
Menschen aus Ayancık zogen nach Europa, Österreich, Vorarlberg und spezifisch auch nach Hohenems, um die wirtschaftlichen Erfolge zu unterstützen. Die angeworbenen Arbeitskräfte wurden jedoch mit den Jahren zu NachbarnInnen, FreundInnen, Eltern, Großeltern und ein Teil der heutigen Gesellschaft in Hohenems. Für die Ausstellung stehen daher insbesondere diese Menschen im Mittelpunkt als Schnittstellen der beiden Städte.

Drei Themenbereiche
Jahreszahlen oder harte Fakten treten in dieser Ausstellung in den Hintergrund. Vielmehr stehen die Lebensgeschichten einzelner Personen im Vordergrund. Diese Lebensgeschichten erzählen von drei Themen in der Ausstellung.
Der erste Schwerpunkt liegt auf der physischen Verbindung zwischen Hohenems und Ayancık. Eine Distanz von über 3000 Kilometer trennt die beiden Orte. Fahrende erzählen über ihre Erlebnisse auf dieser sogenannten „Gastarbeiterroute“. Die Gefahren, Emotionen und Erwartungen einer ritualisierten Fahrt werden thematisiert.
Des Weiteren konzentriert sich das Ausstellungsteam auf die Frage der emotionalen Verbindung nach Ayancık. Persönliche Erzählungen prägen das Stadtbild. Kindheitserinnerungen rufen immer wieder zum Besuch. Der geliebte Großvater und sein Grab wird zum Anziehungspunkt. Auch die familiäre Verpflichtung und die Besuche bei Familienmitgliedern bleibt ein relevanter Aspekt für die persönlichen Beziehungen der beiden Städte.
Im dritten und letzten Themenbereich rückt Hohenems ins Licht. Wie lebt es sich in Hohenems? Inwieweit findet Ayancık in Hohenems statt und umgekehrt? Das Verhältnis zur Familie und Arbeit steht im Vordergrund und diskutieren auch die Auslebung von Traditionen und Ritualen.

Jedoch endet die Ausstellung damit noch lange nicht.
Durch ein partizipatives Format lädt das Ausstellungsteam zum Weiterdenken an. Drei Themenspezifische Sitzgruppen regen zum Erfahrungsaustausch an. BesucherInnen sind aufgerufen ihre eigenen Objekte in die Ausstellung mitzubringen. Durch eine Reproduktionsstation können vor Ort Bilder und Objekte vom Team archiviert werden. Somit bietet die Ausstellung eine Plattform zum Nachdenken; sie bietet Raum zum Austausch; sie bietet einen interaktiven Rahmen lokale Geschichtsforschung selbst zu gestalten.

Anfragen für KuratorInnenführungen bitte an barbara.grabher@vielfaltenarchiv.at

Öffnungszeiten
Ab 12. November für vier Wochen geöffnet jeweils am Wochenende (Freitag 14.00-19.00; Samstag und Sonntag 14.00-18.00)
Adresse
Löwensaal
Schlossplatz 9
Hohenems

Österreich

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